Teilprojekt 5

Achtsamkeitsbasierte Prävention von Alkohol- und Tabakkonsum bei männlichen Jugendlichen mit einer Lernbehinderung

Nach eigenen Ergebnissen haben männliche Jugendliche mit einer Lernbehinderung (LB, IQ < 85) ein erhöhtes Risiko, Alkohol auf riskante Weise zu konsumieren, wenn sie einmal mit dem Konsum begonnen haben. In kürzerer Zeit als Mädchen mit einer LB berichten sie über mehr Trunkenheitserlebnisse und Konflikte mit dem Gesetz. Achtsamkeitsbasierte Übungen stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, sind bisher jedoch nicht auf Machbarkeit bei Jugendlichen mit LB und für Alkohol untersucht worden. Das Projekt verfolgt daher das Ziel, mittels achtsamkeitsbasierter Übungen in der Übergangsphase zwischen dem Erstkonsum und der Eskalation letztere möglichst zu verzögern.

Durchgeführt wird eine zweiphasige Machbarkeitsstudie, die im ersten Teil mittels adaptiver Trials herkömmliche Präventionsmaßnahmen für Jugendliche mit Lernbehinderung (11 – 17 Jahre) erarbeiten soll. Die Übungen zielen auf eine Verbesserung kognitiv-affektiver Verhaltensregulation und sollen im Feld (Ambulanz, Schule, Einrichtungen der Jugendhilfe) mit einem personalisierten Ansatz (Einzeltraining) durchführbar sein. In einer zweiten Phase (Proof of Concept) werden die Übungen auf Wirksamkeit geprüft, indem in einem randomisiert-kontrollierten Design eine Interventionsgruppe (n = 27) gegen eine Gruppe mit Sham-Intervention (n = 27) getestet wird.

Im Training soll auf spezielle Probleme und Ziele lernbehinderter Jugendlicher abgehoben werden. Primäre abhängige Variable ist die Dauer zwischen Training und Trunkenheitserlebnissen während der letzten Woche, gemessen über mediengestützte wöchentliche Rückmeldungen über ein Jahr. Sollte es gelingen, via achtsamkeitsbasierter Übungen nicht nur Emotions- und Verhaltensregulationen, sondern auch Konsummuster zu ändern, hätte dies weitreichende Folgen für die Forschung zur Drogenprävention bei Lernbehinderten. Achtsamkeitsbasierte Ansätze ließen sich dann auch für Jugendliche mit Lernbehinderung und in der Alkoholprävention empfehlen und die Durchführung klinischer Studien erschiene erfolgversprechend.

Die Studie wird an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Psychosomatik der Universitätsmedizin Rostock durchgeführt.

Fragen zur Studie richten Sie bitte an:

Lucie Waedel, lucie.waedel@med.uni-rostock.de, 0381 494 - 9518

Projektleitung und Mitarbeiter

Projektleitung: PD Dr. Olaf Reis
Mitarbeiterin: Lucie Waedel

Standort

Universitätsmedizin Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock