Willkommen zu IMAC-Mind

Suchtforschung im Verbund

Über IMAC-Mind

Consortium Structure
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IMAC-Mind steht für: Improving Mental Health and Reducing Addiction in Childhood and Adolescence through Mindfulness: Mechanisms, Prevention and Treatment (Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: Mechanismen, Prävention und Behandlung).

Der Forschungsverbund IMAC-Mind bündelt acht Forschungsprojekte in neun Einrichtungen in sieben deutschen Städten zum Thema Suchtprävention und Suchttherapie im Kindes- und Jugendalter. Eines dieser Forschungsprojekte ist das Projekt Familien stärken (siehe Teilprojekt 6). Der Verbund wird im Rahmen der Förderinitiative „Gesund – ein Leben lang“ insgesamt vier Jahre lang durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

 

Prävention und Behandlung von Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter

Eine Suchtstörung bezieht sich in der Regel auf den schädlichen und / oder abhängigen Gebrauch missbrauchsfähiger Substanzen wie Alkohol, Tabak, Cannabis oder anderer Drogen. Im Verlauf gewinnt typischerweise ein zunehmend unkontrollierter Substanzkonsum für die betroffene Person immer mehr den Vorrang gegenüber anderen Interessen und Verhaltensweisen, die von ihr früher einmal höher bewertet wurden.

Meistens zeigen sich Suchtstörungen das erste Mal im Jugendalter und Betroffene werden dann oft über viele Jahre in gesundheitlichen und sozialen Bereichen ihres Lebens stark beeinträchtigt. Insbesondere in frühen Lebensphasen, in denen sich wichtige berufliche und soziale Weichen stellen, stellen Suchtstörungen ein erhebliches Entwicklungsrisiko dar.

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Die Auftretenshäufigkeit von Suchtstörungen gipfelt im Jugend- und jungen Erwachsenenalter und liegt Schätzungen zufolge bei bis zu 11%. Genaue Zahlen zur Diagnosehäufigkeit liegen für Deutschland aber keine vor. Wenn sogenannte nichtstoffliche Suchterkrankungen (z. B. Glücksspiel, Internetspiele) aufgrund bedeutsamer Gemeinsamkeiten im klinischen Erscheinungsbild ebenfalls berücksichtigt werden, erhöht sich der Anteil der von Suchtstörungen betroffenen junger Menschen noch einmal dramatisch. Das Versorgungssystem hält für Betroffene ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote bereit, die jedoch nicht ausreichend und meist erst sehr spät in Anspruch genommen werden. Außerdem brechen viele die Behandlung vorzeitig ab oder werden innerhalb einiger Zeit wieder rückfällig.

Daher ist es wichtig, vorhandene Behandlungsangebote weiter zu entwickeln und die Gründe für Therapieabbrüche und Rückfälle besser zu verstehen. Angesichts dieser Schwierigkeiten kommt präventiven Interventionen eine besonders wichtige Bedeutung zu, also möglichst wirksamen Maßnahmen, die ansetzen, wenn die Störung sich noch nicht manifestiert hat. Zu den bekannten Risikofaktoren, bei deren Vorliegen eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer späteren Suchtstörung abgeleitet werden kann, zählen unter anderem eine familiäre Suchtbelastung, ein lebensgeschichtlich früh einsetzender, sich rasch eskalierender und im sozialen Umfeld bestärkter Konsum, das Vorliegen (klinisch auffälliger oder subklinischer) psychopathologischer Symptome und eine Reihe weiterer individueller, familiärer und sozialer Bedingungen.

Achtsamkeitsbasierte Übungen in der Suchtprävention und –behandlung

Ein wichtiger Ansatz für den IMAC-Mind Verbund sind Forschungsergebnisse, die zeigen, dass kindliche bzw. jugendliche Impulsivität, Fähigkeiten zur Selbstregulation und dem Belohnungsaufschub und die Frage ob man mit Stress gut umgehen kann, wesentlich zur Entwicklung und Aufrechterhaltung von Suchtstörungen aber auch zur therapeutischen Ansprechbarkeit (präventiver) Interventionen beitragen. Eine wachsende Literatur zeigt, dass diese entwicklungsrelevanten und prinzipiell veränderbaren neurobehavioralen Faktoren durch achtsamkeitsorientierte Interventionen günstig beeinflusst werden können.

Unter Achtsamkeit versteht man die Bewusstheit, die sich durch gerichtete, nicht-wertende Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Augenblick einstellt. Für die Behandlung von Suchtstörungen bei Erwachsenen sind achtsamkeitsbasierte Verfahren etwa zur Rückfallprävention wirksam. Ob Achtsamkeitsübungen substanzkonsumbezogene Risiken bei Kindern und Jugendlichen verringern und mögliche Effekte über selbstregulatorische Variablen vermittelt werden ist eine zentrale Frage, die im Rahmen des IMAC-Mind Verbundes in unterschiedlichen Zielgruppen untersucht werden soll [siehe Teilprojekte].

Ziele von IMAC-Mind

Übergeordnetes Ziel des Forschungsverbundes ist es, Risikofaktoren für die Entstehung von Suchterkrankungen zu identifizieren und diagnostische Verfahren zu verbessern und die Prävention und therapeutische Versorgung von Suchtstörungen in verschiedenen Entwicklungsstadien eines Kindes und in Risikogruppen zu verbessern.

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Im IMAC-MIND Verbund sollen die neurobehavioralen Risikoprofile für Suchterkrankungen weiter untersucht und Instrumente zum Screening und zur Prävention entwickelt werden ([Teilprojekt 1] und [2]). In fünf klinischen Studien wird die Durchführbarkeit und Wirksamkeit achtsamkeitsorientierter psychotherapeutischer und präventiver Interventionen zur Verringerung substanzkonsumbezogener Risiken in verschiedenen Entwicklungsstadien (vorgeburtlich bis ins junge Erwachsenenalter) und -Kontexten und in Risikogruppen in klinischen Studien untersucht (Teilprojekte [3],[4],[5],[6],[7]).

In einem weiteren Teilprojekt wird ein Instrument zur Schätzung der Prävalenz substanzkonsumbezogener Störungen anhand der berichteten Konsummengen verschiedener Substanzen im Jugendalter validiert um epidemiologische Schätzungen zu erleichtern ([TP 0/8]). Schließlich ist noch ein Zentrum für Statistik und Methoden beteiligt ([TP 9]).