Teilprojekt 8

Validierung eines alternativen Instruments zur Schätzung substanzbezogener Störungen bei Kindern und Jugendlichen

Zahlreiche Studien berichten Probleme der aktuellen diagnostischen Instrumente bei der Untersuchung von substanzbezogenen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Es wird argumentiert, dass nahezu alles, was derzeit als Abhängigkeit verstanden wird, eine Konsequenz des langfristigen starken Konsums ist. Übergeordnetes Ziel der geplanten Arbeiten ist daher die Validierung eines alternativen und auf Konsumindikatoren basierenden Instruments zur Schätzung substanzbezogener Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Studie wird als multizentrische nicht-interventionelle diagnostische Studie mit einem Messzeitpunkt durchgeführt.

Eingeschlossen werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die ein unterschiedliches Ausmaß des Konsums von Alkohol und Cannabis aufweisen. Ausschlusskriterien sind schwere komorbide Störungen und das Vorliegen mehrerer substanzbezogener Störungen. Die Rekrutierung erfolgt in Krankenhäusern oder im Rahmen etablierter Projekte zur Frühintervention. Die Befragten werden konsekutiv eingeschlossen, bis die angestrebte Fallzahl von jeweils n = 300 für Alkohol und Cannabis erreicht ist. Es werden drei diagnostische Maße erhoben: selbstberichteter Substanzkonsum über einen schriftlichen Fragebogen, symptomorientierte Diagnostik nach ICD bzw. DSM über einen schriftlichen Fragebogen und ein klinisches Urteil über ein persönliches Interview.

Die klinischen Urteile zum Vorliegen substanzbezogener Störungen werden von erfahrenen Psychologen oder Sozialarbeitern abgegeben, die zuvor von einem Experten ausführlich geschult wurden. Auf Basis der Daten sollen Schwellenwerte der Konsumindikatoren im Vergleich zum klinischen Urteil identifiziert werden. Prädiktive Effekte der drei diagnostischen Maße auf gesundheitsbezogene und soziale Outcomes werden untersucht. Schließlich werden die identifizierten Schwellenwerte angewendet, um den Anteil der Jugendlichen mit substanzbezogenen Störungen in bevölkerungsrepräsentativen Studien zu schätzen.

Die Studie wird am Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf koordiniert und in Kooperation mit dem Institut für Therapieforschung e.V. München durchgeführt.

Fragen zur Studie richten Sie bitte an:

Prof. Dr. Ludwig Kraus, kraus@ift.de, 089 360804-0

Projektleitung

Prof. Dr. Rainer Thomasius und Prof. Dr. Ludwig Kraus

Standort 1

Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Gebäude W29 (Erikahaus)
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Standort 2

IFT Institut für Therapieforschung
Leopoldstraße 175
80804 München